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14.07.2013
Unwirksamkeit einer Kündigung in der Probezeit
Das Arbeitsgericht Saarlouis hat eine Kündigung in der Probezeit für unwirksam erklärt.
Die Klägerin hatte sich im März 2012 als Bürokraft bei der beklagten Arbeitgeberin beworben und zunächst einen halben Tag zur Probe gearbeitet. Ein paar Tage später fand ein Gespräch statt, in welchem die klagende Arbeitnehmerin gefragt wurde, ob sie rauche und in dem sie auf das Rauchverbot bei der beklagten Arbeitgeberin hingewiesen wurde. Die klagende Arbeitnehmerin erklärte daraufhin, dass sie zwar rauche, aber mit dem Rauchverbot einverstanden sei.
Nachdem sie an ihrem ersten Arbeitstag Tag zwei Stunden lang gearbeitet hatte, kündigte die beklagte Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis in der Probezeit. Grund hierfür war für die Arbeitgeberin, dass die Klägerin gravierend nach Rauch gerochen habe, nachdem sie noch unmittelbar vor Arbeitsbeginn vor der Tür eine Zigarette geraucht hatte. Darüber hätten sich Kolleginnen und Kunden beschwert.

Das Arbeitsgericht befand die Kündigung für treuwidrig und damit unwirksam. Zwar sei diese vorliegend nicht an den Maßstäben des Kündigungsschutzgesetzes zu beurteilen, aber auch in der Probezeit seien das allgemeine Persönlichkeitsrecht und die allgemeine Handlungsfreiheit des Arbeitnehmers zu berücksichtigen. Auch Art. 12 GG verlange, dass ein bereits begründetes Arbeitsverhältnis mit dem ernsthaften Willen der Zusammenarbeit geführt werde. Den Grundrechtsbereich des Arbeitnehmers betreffende Differenzen könnten ohne vorheriges Gespräch und die Gelegenheit zu reagieren nicht zu einer Kündigung führen, vor allem da die klagende Arbeitnehmerin nicht gegen das Rauchverbot im Betrieb verstoßen habe.
Den Antrag der Klägerin auf Schadensersatz wies das Gericht ab.
Aktenzeichen: 1 Ca 375/12
Quelle: Arbeitsgericht Saarlouis - PM vom 28.05.2013
Quelldatum: 28.05.2013
Quelllink: http://www.arbeitsgerichte.saarland.de/

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