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18.08.2013
Hat Ex-Mitarbeiter Firmentresor ausgeraubt? – Verhandlung musste abgebrochen werden
Weder der Kläger und sein als Zeuge geladener Sohn waren zum Termin vor dem Landesarbeitsgericht Düsseldorf erschienen. Da ohne sie der Sachverhalt nicht aufgeklärt werden konnte, wurde die Verhandlung vertagt. Ein neuer Termin wird von Amts wegen bestimmt.
Der Beklagte, der Inhaber einer Waschstraße, nimmt den Kläger, seinen ehemaligen Stationsleiter, der zum 30.04.2011 gekündigt hatte, im Wege der Widerklage auf Schadensersatz in Anspruch. Er wirft dem Kläger vor, am 05.05.2011 um 22.00 Uhr in die Waschstraße eingebrochen zu sein und aus dem Tresor 5.841,00 Euro entwendet zu haben. Der beklagte Arbeitgeber stützt sich dabei im Wesentlichen auf das Video der Überwachungskamera. Der klagende Arbeitnehmer bestreitet den Vorwurf.

Das Arbeitsgericht hat die Widerklage des Beklagten auf Schadensersatz abgewiesen. Auf dem Video sei der klagende Stationsleiter nicht zu erkennen. Ein Sachverständigengutachten habe nach Verbesserung der Bildqualität kein anderes Ergebnis ergeben. Soweit der klagende Arbeitnehmer den Beklagten vor dem Arbeitsgericht zudem auf ausstehende Gehaltszahlungen in Anspruch genommen hatte, haben die Parteien einen Teilvergleich abgeschlossen.
Ein Teil der darin enthaltenen Zahlungen des beklagten Arbeitgebers soll allerdings erlöschen, wenn die Täterschaft des Arbeitnehmers durch das Landesarbeitsgericht festgestellt würde.

Mit der Berufung verfolgt der beklagte Arbeitgeber den Anspruch auf Schadensersatz weiter. Er rügt, dass das Arbeitsgericht nicht berücksichtigt habe, dass die Gesamtbetrachtung der auf dem Video zu sehenden Person, insbesondere das Gangbild, den Kläger als den Täter identifiziere. Sogar der Sohn des klagende Arbeitgebers hätte diesen aufgrund seines typischen Gangs als seinen Vater erkannt. Nach einem ersten Termin hat das Landesarbeitsgericht eine Auskunft von der Sachverständigen eingeholt, ob sie den klagende Arbeitnehmer anhand von Gesicht, Körperbau und Bewegungsabläufen identifizieren könne, wenn sie sowohl den Kläger als auch das Video in Augenschein nehme. Diese Stellungnahme liegt nunmehr vor und das Verfahren wird fortgesetzt.
Aktenzeichen: 7 Sa 1792/12
Quelle: Landesarbeitsgericht Düsseldorf - PM 36/2013 vom 05.08.2013
Quelldatum: 07.08.2013
Quelllink: http://www.lag-duesseldorf.nrw.de/

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