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05.09.2013
Altersdiskriminierung bei Rundfunkanstalt ?
Das Arbeitsgericht Bonn verhandelt über eine Entschädigung wegen einer behaupteten Altersdiskriminierung bei einer ARD-Rundfunkanstalt.
Ein 66 Jahre alter Journalist war als freier Mitarbeiter für die Rundfunkanstalt tätig. Gegen den Sender klagt er jetzt auf eine Entschädigung von mindestens 25.000,00 € wegen Altersdiskriminierung.
Der Journalist war seit über 30 Jahren für den Sender tätig und ist u.a. mit satirischen Kommentaren bekannt geworden. Ende 2012 hatte der Sender dem Kläger mitgeteilt, dass die bisherige Zusammenarbeit wegen des Erreichens der gesetzlichen Rentenaltersgrenze nicht fortgesetzt werde.

Vor Gericht verlangt der langjährige freie Mitarbeiter des Senders eine Entschädigung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (§ 15 Abs. 2 AGG). Die Entscheidung diskriminiere ihn wegen des Alters. Nur für Arbeitnehmer, die Altersrente in Anspruch nehmen können, ermögliche das Gesetz Altersgrenzen, nicht aber für freie Mitarbeiter, die außerhalb der gesetzlichen Rente selbst für die Altersversorgung sorgen müssten.

Der beklagte Sender beruft sich auf die Gleichbehandlung zwischen freien Mitarbeitern und Arbeitnehmern, deren Arbeitsverhältnis mit Erreichen des Rentenalters ende. Die Entscheidung, den Kläger nicht weiter zu beschäftigen sei aus gesamtgesellschaftsbezogenen und sozialpolitischen Erwägungen erfolgt.
Aktenzeichen: 3 Ca 685/13
Quelle: Arbeitsgericht Bonn - PM 4 vom 30.08.2013
Quelldatum: 05.09.2013
Quelllink: http://www.arbg-bonn.nrw.de/

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