Arbeitsrecht | Glossar | Warum wir? | Kontakt | Impressum  
 
03.11.2013
Ein Trinkunfall während einer Kopierpause ist kein Arbeitsunfall
Ein Unfall beim Trinken während des Wartens auf die Betriebsbereitschaft eines Kopiergerätes ist kein Arbeitsunfall. Das hat das Sozialgericht Dresden entschieden.
Der Kläger nutzte die einige Sekunden dauernde Pause zur Herstellung der Betriebsbereitschaft eines Kopiergerätes zwischen zwei Kopiervorgängen dazu, um sich aus dem nur wenig entfernten Kühlschrank eine Flasche alkoholfreies Bier zu holen. Nach dem Öffnen der Flasche wollte er heraussprudelndes Bier abtrinken und brach sich dabei mehrere Zahnspitzen im Oberkiefer ab.
Die Berufsgenossenschaft lehnte den Antrag des klagenden Arbeitnehmers auf Anerkennung des Ereignisses als Arbeitsunfall ab.

Die hiergegen erhobene Klage hat das Sozialgericht Dresden abgewiesen. Die Aufnahme von Nahrung auch während einer Arbeitspause am Kopiergerät sei grundsätzlich nicht unfallversichert. Die Nahrungsaufnahme sei ein menschliches Grundbedürfnis und tritt regelmäßig hinter betriebliche Belange zurück. Es handele sich um eine sogenannte eigenwirtschaftliche Verrichtung, mit der der Kläger seine versicherte Tätigkeit unterbrochen hatte. Hiervon liege auch keine Ausnahme vor, weil die Kopiertätigkeit nicht geeignet war, abweichend vom normalen Trink- und Essverhalten des klagenden Arbeitnehmers ein besonderes Durst- oder Hungergefühl hervorzurufen.
Aktenzeichen: S 5 U 113/13
Quelle: Sozialgericht Dresden - PM vom 17.10.2013
Quelldatum: 01.10.2013
Quelllink: http://www.justiz.sachsen.de/sgdd/

zurück