Arbeitsrecht | Glossar | Warum wir? | Kontakt | Impressum  
 
15.06.2014
Vermeintliche Vermittlungsagentur für Pflege- und Haushaltskräfte durchsucht
Sie waren als Pflege- und Haushaltshilfen in mehr als 50 Haushalten in der Saar-Pfalz-Region eingesetzt. Doch die Chefs zahlten keine Sozialversicherungsbeiträge für ihre osteuropäischen Arbeitnehmerinnen. Deshalb durchsuchten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Saarbrücken 21 Zollbeamte gemeinsam mit Polizei und Steuerfahndung acht Objekte nach tatrelevanten Beweismitteln. Dabei konnten umfangreiche Geschäftsunterlagen in Papier- und Digitalform sichergestellt werden.
Aufgefallen waren die fünf Beschuldigten durch die Anzeige eines Angehörigen einer ehemaligen Pflegebebedürftigen.
Der Arbeitgeber gab vor, in Osteuropa ansässig zu sein. Nach den Vorermittlungen, die etwa ein Jahr dauerten, erhärtete sich der Verdacht, dass es sich bei dem angeblich in Osteuropa ansässigen Arbeitgeber um eine sogenannte Briefkastenfirma ohne jegliche Geschäftsausübung handelt. Die osteuropäischen Pflege- und Haushaltshilfen waren tatsächlich über eine in Deutschland befindliche "vorgeschobene" Vermittlungsagentur beschäftigt.

Somit unterliegen die Arbeitnehmerinnen nach derzeitigem Ermittlungsstand der Sozialversicherungspflicht in Deutschland. Dieses Firmengeflecht sollte dazu dienen, gezielt Sozialversicherungsbeiträge vorzuenthalten.

Nach aktuellem Stand der Ermittlungen, kassierten die Drahtzieher dieses Systems gleich doppelt ab. Zu einer jährlich wiederkehrenden Vermittlungsgebühr von 900 Euro verlangten sie monatlich zwischen 1.250 und 2.500 Euro für Pflege- und Haushaltsleistungen. Die Arbeitnehmerinnen bekamen davon nur einen geringen Teil monatlich schwarz ausgezahlt.
Somit zahlten die Arbeitgeber nicht einmal die Beiträge zur Pflegeversicherung ihrer eigenen Angestellten.
Quelle: Hauptzollamt Saarbrücken - PM vom 26.05.2014
Quelldatum: 22.05.2014
Quelllink: http://www.zoll.de

zurück