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19.02.2012
Degradierung von zwei Unteroffizieren wegen Misshandlung eines Untergebenen
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat zwei Unteroffiziere der Marine in einen Mannschaftsdienstgrad herabgesetzt, weil sie gemeinsam einen Untergebenen misshandelt haben.
Die beiden Unteroffiziere (Dienstgrade Maat bzw. Obermaat d.R.) hatten auf einem Schiff der Marine einen ihnen unterstellten Hauptgefreiten mit Klebeband an Fuß- und Handgelenken gefesselt, anschließend mit einem Schlauch nassgespritzt, wobei sie das kalte Wasser auch in die geöffnete Hose laufen ließen, und ihn dann auf dem Musterungsplatz hinter angetretenen Soldaten so aufgestellt, dass sein Zustand erst bei deren Wegtreten auffiel.
Das Truppendienstgericht hatte gegen die beiden Soldaten ein vierjähriges Beförderungsverbot und eine vierjährige Kürzung der Bezüge um ein Zehntel verhängt.

Das Bundesverwaltungsgericht hat beide in einen Mannschaftsdienstgrad herabgesetzt. Zur Begründung wurde ausgeführt, dass es der ständigen Rechtsprechung entspricht, in Fällen einer entwürdigenden Behandlung eines Untergebenen durch einen Vorgesetzten eine Dienstgradherabsetzung auszusprechen und zwar regelmäßig um mehrere Dienstgrade, bei Soldaten auf Zeit bis in einen Mannschaftsdienstgrad. Besondere Umstände, die ausnahmsweise eine mildere Maßnahme gerechtfertigt hätten, vermochte der Senat nicht zu erkennen; insbesondere der Annahme der verurteilten Soldaten, es habe sich dabei um einen "Spaß" gehandelt, maß er kein solches Gewicht bei.
Aktenzeichen: 2 WD 1.11
Quelle: Bundesverwaltungsgericht - PM 10/2012 vom 02.02.2012
Quelldatum: 01.02.2012
Quelllink: http://www.bundesverwaltungsgericht.de

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