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Fortbildungskosten

Jeder Arbeitgeber ist daran interessiert, seine Mitarbeiter in ihren Fähigkeiten und Kenntnissen immer auf dem aktuellsten Stand zu halten. Besuchen diese daher tätigkeitsspezifische Fortbildungen, so wird er die hierfür anfallenden Kosten tragen oder sich zumindest an diesen beteiligen. Ihr Arbeitgeber hat sodann ein berechtigtes Interesse daran, Ihre neu erworbenen Kenntnisse für sich zu nutzen. Er wird daher versuchen, Sie – bspw. durch eine entsprechende Rückzahlungsvereinbarung – für eine gewisse Zeit an sein Unternehmen zu binden, vgl. auch -> Rückzahlungsklauseln.

Macht er sodann die (anteilige) Rückzahlung der Kosten durch Sie geltend, kann Ihr Arbeitnehmer dies nur dann verlangen, wenn es vertraglich vereinbart wurde – und auch nur, wenn die entsprechende Vereinbarung rechtlich zulässig ist. Sie ist bspw. dann nicht zulässig, wenn Sie durch eine solche Regelung unangemessen benachteiligt werden. Dies ist laut Bundesarbeitsgericht der Fall, wenn die Rückzahlung an eine vorformulierte Klausel im Arbeitsvertrag gebunden ist, welche vorsieht, dass Sie als Arbeitnehmer bei Beendigung Ihres Arbeitsverhältnisses vor Ablauf einer bestimmten Frist die Ausbildungskosten zurückzahlen müssen, ohne dass es hierbei auf den Grund der Beendigung ankommt. Eine solche Rückzahlungsklausel ist zu weitgehend (BAG Az: 9 AZR 610/05). Lassen Sie daher bereits im Vorfeld genau von Ihrem Anwalt überprüfen, ob Sie zur Rückzahlung vertraglich verpflichtet sind und ob die entsprechende Klausel in Ihrem Arbeitsvertrag wirksam ist.

Siehe auch:
Rückzahlungsklauseln