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Freistellung

Ihr Arbeitgeber kann Sie unter bestimmten Bedingungen unbezahlt oder bezahlt von der Arbeit freistellen. Einzelne dieser Bedingungen sind nachfolgend genannt:

1) Ihr Kind, das noch keine 12 Jahre alt ist, ist ärztlich attestiert krank und dessen Betreuung ist erforderlich. Sie können jedoch auf niemand anderen in Ihrem Haushalt zurückgreifen, der die Betreuung und Fürsorge für Ihr krankes Kind tagsüber übernehmen könnte.

Befinden Sie sich in einer solchen Situation, dann haben Sie für jedes Ihrer Kinder Anspruch auf 10 Arbeitstage im Jahr, an welchen Sie Ihr Arbeitgeber unbezahlt von Ihrer Arbeitspflicht entbinden muss. Alleinerziehende haben Anspruch auf 20 Arbeitstage, an denen sie von der Arbeit unbezahlt freigestellt sind. Der Anspruch ist jedoch je Kalenderjahr auf 25 Arbeitstage bei verheirateten, auf 50 Arbeitstage je Kalenderjahr bei Alleinerziehenden begrenzt.

Sofern Sie gesetzlich krankenversichert sind, haben Sie außerdem unter den obigen Voraussetzungen einen Anspruch auf Zahlung von Krankengeld Ihrer Krankenversicherung gegenüber.

Bleiben Sie dagegen nur kurze Zeit, d.h. wenige Tage wegen Krankheit Ihrer Kinder zu Hause und kann außer Ihnen niemand die Betreuung und Fürsorge an Ihrer statt übernehmen, so kann sich per Gesetz auch ein Anspruch auf Freistellung unter Fortzahlung der Vergütung gegen Ihren Arbeitgeber ergeben. Dieses bedarf der genauen rechtlichen Prüfung; vgl. auch -> Vergütungsfortzahlung.

2) Sie befinden sich in einem Berufsausbildungs- oder Weiterbildungsverhältnis.

Ihr Arbeitgeber hat Sie sodann für den Berufsschul-/Weiterbildungsunterricht wie auch für sämtliche Prüfungen unter Fortzahlung der Vergütung freizustellen (sog. gesetzlicher Bildungsurlaub); s. auch -> Ausbildung.

Sie als Arbeitnehmer können sich jedoch auch bezahlt oder unbezahlt von der Arbeit freistellen lassen – ohne Anrechnung Ihrer Urlaubstage - , wenn Sie sich aus persönlichen Gründen dazu veranlasst sehen. Die Bestimmung hierüber sind in einer gesonderten Vereinbarung zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber zu treffen. Lassen Sie sich bspw. für die Zeit Ihrer -> Kündigungsfrist von Ihrer Arbeitpflicht freistellen, sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, dass Ihr Sozialversicherungsschutz weiterhin gegeben ist. Ob in derartigen Freistellungsvereinbarungen, Aufhebungs- oder Abwicklungsverträgen – Sie gehören offiziell noch zur Firma, brauchen jedoch Ihrer Arbeitspflicht nicht mehr nachkommen. Einigen Sie sich dagegen mit Ihrem Arbeitgeber darauf, dass auf die vertraglich geschuldete Arbeitsleistung unwiderruflich verzichtet wird, kann Ihr Versicherungsschutz im Rahmen des Beschäftigungsverhältnisses entfallen. Spätestens nach einem Monat (die sog. Schutzfrist) endet sodann die Krankenversicherung. Haben Sie bis dahin keinen neuen Arbeitsplatz gefunden, über welche Sie sich neu versichern können, müssen Sie privat für einen entsprechenden Versicherungsschutz sorgen.

Achten Sie daher darauf, dass in die entsprechende Freistellungsvereinbarung Klauseln wie „ ...bis auf Widerruf“ oder „widerruflich freigestellt“ aufgenommen werden. Dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Siehe auch:
Ausbildung
Sonderurlaub
Vergütungsfortzahlung
Kündigungsfrist