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Sonn- und Feiertagsarbeit

Darf Sie Ihr Arbeitgeber an Sonn- und Feiertagen beschäftigen?

Das -> Arbeitszeitgesetz besagt, dass Sie als Arbeitnehmer an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen zwischen 0.00 Uhr bis 24.00 Uhr nicht beschäftigt werden dürfen. In Unternehmen mit regelmäßiger Tag- und Nachtschicht können der Beginn und das Ende der 24-stündigen Betriebsruhe um bis zu 6 Stunden vor- oder zurückverlegt werden.

 

Gibt es Ausnahmen?

Das Arbeitszeitgesetz regelt etliche Ausnahmen für bestimmte Tätigkeiten und Branchen. Bestätigt die zuständige Aufsichtsbehörde die Ausnahme, können Sie als Arbeitnehmer gegen den Bescheid der Behörde klagen, wenn Sie sich mit den Arbeitszeiten nicht einverstanden erklären wollen.

Die Ausnahmen betreffen alle Arbeiten, die an Sonn- und Feiertagen nicht ruhen können, ohne einen wirtschaftlichen Schaden zu erzeugen, wie beispielsweise das Arbeiten mit vergänglichen Gütern wie Lebensmittel u.a. Auch fallen grundsätzlich Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten von Einrichtungen darunter, wenn sie den Fortgang des Betriebes bedingen. Tätigkeiten für die Vorbereitung der Wiederaufnahme des vollen werktätigen Betriebs sind ebenso Ausnahmetatbestände wie Arbeiten zur Vermeidung der Zerstörung oder erheblichen Beschädigung von Produktionseinrichtungen. Auch Produktionsarbeiten, bei deren zeitlicher Unterbrechung weit mehr Arbeitnehmer für die Arbeiten beschäftigt werden müssten, sind akzeptierte Ausnahmen.

Für ganze Branchen gelten naturgemäß Ausnahmen; so z.B. für: Energie- und Versorgungsbetriebe, das Abfall- und Entsorgungsgewerbe, Tages- und Sportpresse, Rundfunk und Fernsehen, Bewachungsunternehmen, Not- und Rettungsdienste sowie Feuerwehr, Musik- und Freizeiteinrichtungen, Messen, Märkte und Volksfeste und Haushalte. Für bestimmte Bereiche gibt es zudem Sonderverordnungen; für Verkaufsstellen nach dem Ladenschutzgesetz oder die Eisen- und Stahlindustrie sowie Papierindustrie nach der Verordnung über Sonntagsarbeit.

Die Aufsichtsbehörden können zudem im Einzelfall Ausnahmen bewilligen. Diese sind beispielsweise im Handelsgewerbe auf bis zu 10 Sonn- und Feiertage im Jahr beschränkt.

Für die Höchstarbeitszeit an Sonn- und Feiertagen gelten die normalen Arbeitszeitregelungen. Ihnen müssen mindestens 15 beschäftigungsfreie Sonntage im Jahr verbleiben. Für die Arbeit an einem Sonntag müssen Sie innerhalb 2 Wochen einen Ersatzruhetag erhalten. Bei der Beschäftigung an einem auf einen Werktag fallenden Feiertag ist Ihnen der Ersatzruhetag spätestens 8 Wochen danach zu gewähren. Nur -> Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen können beschäftigungsfreie Sonntage und Ersatzruhetage einschränken.

Siehe auch:
Arbeitszeitgesetz
Tarifvertrag