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Teilzeitarbeit

Haben Sie Anspruch auf Teilzeitarbeit?

Nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) haben Sie als Vollzeitkraft einen Anspruch auf Teilzeitarbeit, wenn Ihr Arbeitsverhältnis länger als 6 Monate bestanden hat und bei Ihrem Arbeitgeber in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt werden.

Die Berechnung der Arbeitnehmerzahl erfolgt unabhängig vom Beschäftigungsumfang pro Kopf. Somit werden alle Beschäftigten, die Lohn erhalten, mit einbezogen. Nicht mitgerechnet werden Auszubildende, Praktikanten sowie Arbeitnehmer, die als Ersatz für in der -> Elternzeit befindliche Arbeitnehmer/Innen eingestellt worden sind. Ebenfalls nicht mitgerechnet werden kurzfristig beschäftigte Aushilfskräfte.

 

Was müssen Sie tun, um Ihren Teilzeitanspruch durchzusetzen?

Möchten Sie Ihren Teilzeitanspruch nutzen, müssen Sie die Verringerung Ihrer Arbeitszeit und den Umfang der Verringerung spätestens 3 Monate vor deren Beginn geltend machen. Sie müssen hierfür weder Gründe angeben, noch müssen Sie die Verringerung schriftlich geltend machen. Das Gesetz sieht vor, dass Ihr Arbeitgeber mit Ihnen zunächst über Ihren Teilzeitwunsch verhandeln sollen. Ist keine Einigung möglich, muss Ihnen Ihr Arbeitgeber spätestens einen Monat vor Beginn der gewünschten Arbeitszeitverringerung die ablehnende Entscheidung schriftlich mitteilen.

Unterlässt Ihr Arbeitgeber diese schriftliche Ablehnung einen Monat vor Beginn der Arbeitszeitverringerung, so wird seine Zustimmung fingiert. Teilt Ihr Arbeitgeber seine Ablehnung schriftlich mit, können Sie als Arbeitnehmer Ihr Teilzeitverlangen gerichtlich geltend machen. Ihr Arbeitgeber muss dann betriebliche Gründe anführen, die dem Teilzeitverlangen entgegenstehen. Lassen Sie sich am besten durch Ihren Anwalt beraten!

Sind in Ihrem Betrieb 15 oder weniger Arbeitnehmer beschäftigt, haben Sie grundsätzlich keinen Anspruch auf Teilzeitarbeit. Der Antrag auf Verringerung der Arbeitszeit stellt lediglich ein Angebot auf Änderung des Arbeitsvertrags dar, welchem Ihr Arbeitgeber nicht zustimmen muss.

 

Welche entgegenstehende betrieblichen Gründe kann Ihr Arbeitgeber anführen?

Dies sind in erster Linie organisatorische Gründe, Gründe des Arbeitsablaufs und der Sicherheit im Betrieb sowie unverhältnismäßige Kosten durch die Teilzeitstelle. Bei der Bewertung der betrieblichen Gründe ist kein allzu strenger Maßstab anzulegen ist. Sie müssen hinreichend gewichtig sein. Ihr Arbeitgeber muss plausible wirtschaftliche oder unternehmenspolitische Gründe vortragen, die einem Teilzeitbegehren entgegenstehen.

 

Müssen Sie als Teilzeitarbeitskraft -> Überstunden leisten?

Als Arbeitnehmer eines Teilzeitarbeitsverhältnisses sind Sie normalerweise nicht zur Leistung von Überstunden verpflichtet ist. Es kann aber in einem Teilzeitarbeitsvertrag grundsätzlich vereinbart werden, dass Sie zur Ableistung von Mehrarbeit verpflichtet sind. Aus Gründen der Gleichbehandlung mit Vollzeitkräften sind Sie als Teilzeitbeschäftigte grundsätzlich nur verpflichtet, zeitanteilig im Verhältnis zu Vollzeitbeschäftigten Mehrarbeit zu leisten.

 

Wie viel Urlaub steht Ihnen im Teilzeitarbeitsverhältnis zu?

Grundsätzlich steht Ihnen als Teilzeitarbeitskraft anteilig derselbe Urlaub zu wie Vollzeitarbeitskräften. Sowohl im Bundesurlaubsgesetz als auch in vielen Tarifverträgen wird von einer Sechs-Tage-Woche ausgegangen. Dies bedeutet, dass der Urlaubsanspruch in dem dort genannten Umfang nur Arbeitnehmern zusteht, die in einer Sechs-Tage-Woche arbeiten. Insbesondere Teilzeitbeschäftigte arbeiten jedoch häufig nur an bestimmten Wochentagen. In diesen Fällen muss der in Werktagen berechnete Urlaub noch auf Arbeitstage umgerechnet werden. Maßgeblich sind dabei die tatsächlich geleisteten Arbeitstage pro Woche. Bei der Berechnung werden entweder die Werktage (Sechs-Tage-Woche) oder die Arbeitstage (Fünf-Tage-Woche) zu Grunde gelegt. Die folgenden Berechnungsbeispiele gehen von einer Sechs-Tage-Woche aus.

Beispiel 1: Der Arbeitnehmer arbeitet lediglich montags, dienstags und mittwochs und somit in einer Drei-Tage-Woche. Sein vertraglicher Urlaubsanspruch beträgt 34 Werktage. Umgerechnet ergeben sich für ihn 17 Arbeitstage Urlaub (= [34 : 6] x 3).

Beispiel 2: Der Arbeitnehmer arbeitet nur mittwochs und samstags. Ihm steht ein vertraglich vereinbarter Urlaub von 24 Werktagen zu. Sein tatsächlicher Urlaubsanspruch beträgt somit 8 Arbeitstage (= [24 : 6] x 2).

Durch diese Umrechnung in Arbeitstage wird vermieden, dass Teilzeitkräften ein längerer Urlaubsanspruch zusteht als Vollzeitkräften. Da der Arbeitnehmer in Beispiel 2 pro Urlaubswoche lediglich 2 Arbeitstage frei nehmen muss (nämlich mittwochs und samstags), stehen ihm insgesamt 4 Wochen Jahresurlaub zu. Vollzeitkräften mit 24 Werktagen vertraglichem Urlaub stehen ebenfalls 4 Wochen Jahresurlaub zu. Ergeben sich bei dieser Umrechnung Bruchteile, ist eine Aufrechnung sinnvoll.

 

Steht Ihnen im Teilzeitarbeitsverhältnis eine Feiertagsvergütung zu?

Grundsätzlich hat ein Arbeitnehmer Anspruch auf Fortzahlung seines Gehalts, wenn die Arbeit infolge eines Feiertags ausgefallen ist. Ihnen als Teilzeitkraft steht ein Anspruch auf Fortzahlung von Feiertagsvergütung zu, wenn Sie an dem jeweiligen Feiertag gemäß der vertraglichen Vereinbarung oder des Dienstplans hätten arbeiten müssen.

Es ist jedoch auch möglich, hier eine gesonderte Absprache zu treffen. Sie können mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren, dass wenn ein Arbeitstag auf einen Feiertag fällt, dieser Tag an einem anderen Tag derselben Woche nachzuarbeiten ist. Bei einer solchen Vereinbarung, muss Ihr Arbeitgeber Ihnen einen entsprechenden Ausgleich gewähren. Der Ausgleich erfolgt durch eine pauschale Feiertagsvergütung.

Siehe auch:
Elternzeit
Überstunden
Urlaub