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Arbeitszeit

Wie lang darf Ihre Arbeitszeit sein?

Gemäß § 3 Arbeitszeitgesetz (ArbZG) darf die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer 8 Stunden nicht überschreiten. Das Gesetz lässt jedoch die Ausnahme zu, dass sie bis auf 10 Stunden ausgedehnt werden kann, wenn insgesamt die Arbeitszeit innerhalb eines Zeitraums von 6 Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt 8 Stunden werktäglich nicht überschreitet. Abweichungen von dieser Regelung sieht § 7 ArbZG vor, der Vorschriften zu tarifvertraglichen Regelungen beinhaltet. So kann bspw. Ihre werktägliche Arbeitszeit mehr als 10 Stunden betragen, wenn in diese regelmäßig und in erheblichem Umfang Arbeitsbereitschaft oder Bereitschaftsdienst fällt (vgl. § 7 Abs. 1 Nr. 1 ArbZG). Ihre Gesundheit als Arbeitnehmer darf hierdurch jedoch nicht gefährdet sein; entsprechende Ruhepausen sind gesetzlich vorgeschrieben und müssen Ihnen seitens Ihres Arbeitgebers eingeräumt werden (vgl. § 4 ArbZG). Weitere Ausnahmen erlaubt das Gesetz in den §§ 13 ff ArbZG: so zum Bsp. für branchenspezifische Fälle, Notfälle oder für bestimmte Notwendigkeiten. Hier darf von der 8-Stunden-Regelung vorübergehend abgewichen werden. Beschäftigt Ihr Arbeitnehmer Sie über die gesetzlichen oder tarifvertraglichen Grenzen Ihrer Arbeitszeit hinaus, ohne hierfür den erforderlichen Ausgleich zu schaffen, so handelt dieser ordnungswidrig. Ein solches Verhalten kann mit einer Geldbuße von bis zu 15.000,00 € bestraft werden (vgl. §§ 22, 23 ArbZG). Mit Freiheitsstrafe hat ein Arbeitgeber dann zu rechnen, wenn er die Arbeitszeitvorschriften vorsätzlich missachtet und somit Ihre Gesundheit gefährdet.

 

Wer darf die Arbeitszeit bestimmen?

Ihr Arbeitgeber darf die Dauer Ihrer Arbeitszeit nicht einseitig festlegen. Diese bedarf einer Einigung zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber oder der Tarifvertragsparteien. Zwar hat Ihr Arbeitgeber ein Direktionsrecht. Dieses erstreckt sich jedoch nur auf die Lage bzw. die Gestaltung Ihrer täglichen Arbeitszeit und dies auch nur dann, wenn das Gesetz, Ihr Arbeits- oder der Tarifvertrag keine ausdrücklichen Vorgaben diesbezüglich machen oder der -> Betriebsrat sein -> Mitbestimmungsrecht nicht ausgeübt hat. Hat dieser von seinem Mitbestimmungsrecht Gebrauch gemacht, kann eine individuelle Vereinbarung zwischen Ihrem Arbeitgeber und Ihnen als Arbeitnehmer dennoch getroffen werden (vgl. Bundesarbeitsgerichts, Az: 1 AZR 57/92). Auch in den Fällen, in denen sich der arbeitgeberseitige Bedarf an Arbeitnehmerleistungen ändern sollte, darf die Bestimmung der Arbeitszeit Ihrem Arbeitgeber nicht einseitig überlassen werden.

Siehe auch:
Arbeitszeitgesetz
Betriebsrat
Mitbestimmungsrecht